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Der deutsche Waschbär

Der Waschbär ist heute rund um den Globus zu Hause, ursprünglich stammt er aus Amerika. Besonders beliebt sind Waschbären heute bei Zoobesuchern, da Sie durch Ihr nettes Äußeres und Ihre lebendige Art gefallen finden - speziell bei Kindern.

Die freie Waschbären Population in Deutschland beträgt nach Schätzungen ungefähr 100.000 und lässt sich wahrscheinlich auf zwei im Jahr 1934 von Förstern ausgesetzte Waschbärpärchen in Nordhessen zurückführen. Schon einige Jahre davor wurden Waschbären - leider wegen Ihres Pelzes wegen - nach Deutschland importiert. Auch heute noch leben die meisten Waschbären im Dreiländereck zwischen Hessen, Nordrhein-Westfahlen und Niedersachsen.

Jährlich werden in Deutschland schätzungsweise über 15.000 wildlebende Waschbären erlegt. Waschbären haben außer dem Menschen keine natürlichen Feinde.

Waschbären eignen sich in den meisten Fällen nicht als Haustiere, gerade nicht für Kinder!

Waschbär Spuren (Fährte)

Die Spur des Waschbären ist nicht so schwer zu erkennen, am besten zeigen das Bilder:
Waschbär Spuren Waschbär Spur Waschbär Fährte

Waschbär Grundlagen

Waschb�r Steckbrief
Waschb�r  (Procyon lotor)
Bilder: Waschb�r (Procyon lotor)

Der Waschb�r (Procyon lotor), manchmal auch explizit als Nordamerikanischer Waschb�r bezeichnet, ist der am weitesten verbreitete Vertreter der Familie der Kleinb�ren und war urspr�nglich nur in Mittel- und Nordamerika beheimatet. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist er auch auf dem europ�ischen Festland und dem Kaukasus in gro�er Zahl vertreten, nachdem er dort aus Pelztierfarmen und Gehegen entkommen ist oder ausgesetzt wurde.

Waschbär auf Englisch heißt: Waschbär Englisch

Typisch f�r den Waschb�ren ist seine maskenartige Gesichtszeichnung und sein ausgepr�gtes haptisches Wahrnehmungsverm�gen. Waschb�ren, die mit anderen Artgenossen oft in lockeren Kleingruppen zusammenleben, zeichnen sich au�erdem durch ihr gutes Ged�chtnis aus. Gew�sserreiche Misch- und Laubw�lder stellen den bevorzugten Lebensraum der anpassungsf�higen S�ugetierart dar, die zunehmend auch in urbanen Gebieten anzutreffen ist.

Systematik
�berordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
�berfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Kleinb�ren (Procyonidae)
Gattung: Waschb�ren (Procyon)
Art: Waschb�r
Wissenschaftlicher Name
Procyon lotor
(Linnaeus, 1758)

 

Merkmale

K�rperbau

Waschb�ren in Gefangenschaft, zumal zu Winteranfang, neigen zur K�rperf�lle
Foto: Waschb�ren in Gefangenschaft, zumal zu Winteranfang, neigen zur K�rperf�lle

Der Waschb�r ist bei einer Schulterh�he von ungef�hr 25 Zentimetern zwischen 70 und 85 Zentimetern lang, wobei auf den buschigen, schwarz-braun geringelten Schwanz etwa 20 bis 25 Zentimeter entfallen. Das K�rpergewicht erwachsener Tiere liegt zwischen f�nf und zehn Kilogramm. M�nnliche Exemplare sind in der Regel etwas schwerer. Wegen des Winterspecks k�nnen Waschb�ren zu Winteranfang bis zu 50 Prozent mehr wiegen als im Fr�hling. Extremwerte �ber 20 Kilogramm sind bekannt, bei in freier Natur lebenden Tieren aber �u�erst selten.

Charakteristisch f�r diese Tierart ist die im h�heren Alter ausbleichende schwarze Gesichtsmaske, die sich deutlich von der umgebenden wei�en Gesichtsf�rbung abhebt. Die abgerundeten Ohren werden ebenfalls von wei�em Fell umrandet. Die markante Gesichtszeichnung, die der des Marderhundes �hnelt, dient vornehmlich dem Erkennen von K�rperhaltung und Mimik des jeweils gegen�berstehenden Artgenossens. Am restlichen K�rper hat das Fell eine braune bis graue F�rbung. Waschb�ren mit fast schwarzem Fell sind vor allem im europ�ischen Raum anzutreffen, was auf die fr�here Beliebtheit derartig gezeichneter Tiere als Pelzlieferanten zur�ckzuf�hren ist.

Bei schnellem Hinschauen werden Waschbären manchmal mit Katzen verwechselt.

Waschb�ren gehen im normalen Passgang nur auf den Sohlen ihrer Hinterpfoten und werden daher als Sohleng�nger bezeichnet. Ihre Beine sind im Verh�ltnis zum gedrungenen Rumpf zierlich, weswegen ihr K�rperbau schnelle Sprints oder weite Spr�nge nicht zul�sst. Waschb�ren k�nnen sich auf ihre Hinterl�ufe setzen und ihre Vorderpfoten, die wie die H�nde von Primaten �ber f�nf gegliederte Finger verf�gen und nur von einer d�nnen Hornhaut umgeben sind, als geschickte Greifwerkzeuge einsetzen. �ber den scharfen, nicht einziehbaren Krallen befinden sich zus�tzliche Sinneshaare, die genauso wie ihre Schnurrhaare dazu dienen, Gegenst�nde schon vor dem Anfassen zu erkennen.

Ihr Gebiss mit der Zahnformel 3142/3142 setzt sich aus 40 Z�hnen zusammen, welche an ihre Lebensweise als Allesfresser angepasst sind. Weder ist deren Kaufl�che so breit wie die pflanzenfressender Tiere, noch sind sie so spitz und scharf wie die fleischfressender Tiere. Wie alle Raubtiere, mit Ausnahme der Hy�nen, besitzen auch die Waschb�rm�nnchen einen Penisknochen, der etwa zehn Zentimeter lang und auff�llig gebogen ist.

Sinneswahrnehmung

Waschb�ren sind farbenblind. Obwohl sie aufgrund des als Restlichtverst�rker wirkenden Tapetum lucidums hinter ihrer Netzhaut auch im D�mmerlicht gut sehen k�nnen und ihr Sehsch�rfenbereich von 11 Dioptrien fast genau dem des Menschen entspricht, ist die visuelle Wahrnehmung f�r sie nur von untergeordneter Bedeutung. Au�er der Orientierung im Dunkeln dient ihr Geruchssinn vor allem der Kommunikation mit anderen Waschb�ren. Neben Urin und Kot (Losung) kommen als Duftmarken auch spezielle Dr�sensekrete zum Einsatz, die sie oft mit Hilfe ihrer Analdr�se verteilen. Mit ihrem Geh�r sind sie in der Lage, sehr leise Ger�usche wahrzunehmen, wie sie zum Beispiel im Boden eingegrabene Regenw�rmer verursachen. Ihre H�rgrenze liegt, was hohe T�ne angeht, bei 50 bis 85 Kilohertz.

Tastsinn und "Waschen" der Nahrung

Waschb�ren
Bild: Waschb�ren "waschen" in Gefangenschaft h�ufig ihre Nahrung; Waschbär Bauch

Trotz der gut entwickelten Gesichtssinne ist zweifellos der Tastsinn als der f�r Waschb�ren zentrale Sinn anzusehen. Nahezu zwei Drittel des f�r die Sinneswahrnehmung zust�ndigen Areals ihrer Gro�hirnrinde ist auf die Interpretation taktiler Reize spezialisiert. Waschb�ren tasten die Nahrung oder andere Gegenst�nde mit ihren Vorderpfoten sorgf�ltig von allen Seiten ab, um sich ein genaues Bild von dem gefundenen Gegenstand zu machen. Da dies h�ufig im seichten Gew�sser geschieht, wurde fr�her irrt�mlich vermutet, dass der Waschb�r seine Nahrung "w�scht". Ganz �hnliches Verhalten zeigen Waschb�ren jedoch auch an Land. In Gefangenschaft tendieren Waschb�ren dazu, das ihnen gegebene Futter zu einer Wasserstelle zu tragen und es dort auf gleiche Weise zu "waschen", weil sie den mit diesem Vorgang verbundenen Sinneseindruck vermissen.

Lebenserwartung

W�hrend in Gefangenschaft gehaltene Waschb�ren bis zu 20 Jahre alt werden k�nnen, werden sie in freier Natur lebend nur selten �lter als zw�lf Jahre. Es ist nicht ungew�hnlich, dass nur etwa die H�lfte der in einem Jahr geborenen Jungen das erste Lebensjahr �berlebt, so dass ihre durchschnittliche Lebenserwartung nur bei 1,3 bis 3,1 Jahren liegt. Neben Krankheiten z�hlen Unf�lle und der Tod ihrer Mutter zu den h�ufigsten Todesursachen junger Waschb�ren. Demgegen�ber lassen sich in Gegenden mit starkem Verkehr oder starker Bejagung manchmal mehr als 75 Prozent aller Todesf�lle erwachsener Waschb�ren auf diese beiden Todesursachen zur�ckf�hren. So wurden beispielsweise in den USA in den 1980er Jahren fast f�nf Millionen Waschb�ren pro Jahr erlegt.

Lebensweise

Ern�hrung

Waschb�ren sind Allesfresser, deren Speiseplan sich je nach Nahrungsangebot aus pflanzlicher Nahrung (Obst, Getreide, N�sse und Beeren), Wirbellosen (Insekten und W�rmer) und kleinen Wirbeltieren (Fische, Kleins�uger, Amphibien sowie Vogeleier) zusammensetzt. Im Fr�hjahr nehmen sie �berwiegend tierische Nahrung zu sich. Im Herbst fressen sie kalorienhaltige pflanzliche Kost wie Fallobst. F�r verst�dterte Waschb�ren sind K�chenabf�lle aller Art sowie Haustierfutterreste eine weitere wichtige Nahrungsquelle. Waschb�ren entwickeln bei gro�er Nahrungsauswahl starke individuelle Vorlieben f�r bestimmte Nahrungsmittel. Im Winter gibt es nur noch vereinzelt Nahrung und bei langanhaltendem Frost m�ssen sie sogar fasten.

Habitat

Von verst�dterten Tieren abgesehen sind gew�sserreiche Misch- und Laubw�lder mit einem hohen Eichenanteil die bevorzugte Umwelt von Waschb�ren. Hier finden sie gen�gend Nahrung und Unterschlupfm�glichkeiten. Sie meiden offenes Gel�nde, weil sie bei Gefahr auf den n�chsten Baum klettern, um so der Bedrohung zu entgehen. Waschb�ren sind au�erdem gute Schwimmer und leben bevorzugt in der N�he von Fl�ssen oder anderen Gew�ssern, weil sie dort einen Gro�teil ihrer tierischen Nahrung finden. In Amerika ist jedoch zu beobachten, dass es dem Waschb�ren aufgrund seiner Anpassungsf�higkeit zunehmend gelingt, f�r ihn als ungeeignet eingesch�tzte Lebensr�ume wie Steppen oder kalte, weiter n�rdlich gelegene Gebiete zu besiedeln.

Schlafpl�tze

Waschb�ren sind d�mmerungs- und nachtaktive Tiere, was der Hauptgrund daf�r ist, dass man sie in freier Natur nur selten zu Gesicht bekommt. Sie sind geschickte Kletterer und schlafen tags�ber mit Vorliebe in den Baumh�hlen alter Eichen. Wenn sich ein Waschb�r au�erhalb der Reichweite einer seiner bevorzugten Hauptschlafst�tten befindet, bezieht er sein Taglager alternativ auch in alten Steinbr�chen, im dichten Gestr�pp oder in Dachsbauten. In den n�rdlichen Bereichen seines Verbreitungsgebiets h�lt der Waschb�r eine Winterruhe, w�hrend der er seine Aktivit�ten stark reduziert.

Geistige F�higkeiten

Experimente von Verhaltensforschern haben gezeigt, dass die Lerngeschwindigkeit von Waschb�ren mit der von Rhesusaffen vergleichbar ist. Hervorzuheben ist ferner ihr ausgezeichnetes Ged�chtnis, vor allem im Hinblick auf ihre haptische Wahrnehmung. So kann sich ein Waschb�r noch Jahre sp�ter an die Kombination eines Schlosses erinnern, mit der ein Futterbeh�lter ge�ffnet werden konnte.

Sozialverhalten

Untersuchungen aus Deutschland und den USA, die Ende der 1990er Jahre angestellt wurden, zeigen, dass Waschb�ren normalerweise keine Einzelg�nger sind, wie fr�her h�ufig behauptet wurde. Statt dessen handelt es sich um eine Tierart mit einem komplexen und variablen Sozialverhalten. Miteinander verwandte Weibchen teilen sich h�ufig ein Territorium und treffen sich dabei gelegentlich an ergiebigen Futterstellen oder Hauptschlafst�tten. Nicht miteinander verwandte m�nnliche Waschb�ren leben h�ufig in sogenannten Junggesellengruppen zusammen, um sich so gegen�ber anderen Artgenossen besser behaupten zu k�nnen. In der Regel �bersteigt die Gr��e einer solchen Gruppe zwei bis vier Individuen aber nicht.

Bei ausreichendem Nahrungsangebot k�nnen sich die Streifgebiete von Waschb�ren stark �berschneiden, ohne dass es zu Auseinandersetzungen kommt. Ernsthafte durch K�mpfe mit anderen Waschb�ren hervorgerufene Verletzungen sind sehr selten. M�nnliche Exemplare zeigen jedoch gelegentlich aggressives Verhalten gegen�ber nicht mit ihnen verwandten Jungtieren. Zum Informationsaustausch, zum Beispiel �ber ergiebige Futterquellen, treffen sich Waschb�ren mit anderen Artgenossen an Schlaf- und Sammelpl�tzen oder hinterlassen dort Nachrichten in Form entsprechender Duftmarken. Waschb�ren treffen sich jedoch nicht nur zum Informationsaustausch sondern auch zum gemeinsamen Fressen, Schlafen und Spielen.

Fortpflanzung

Damit die Aufzucht der Welpen nicht mit dem Beginn des n�chsten Winters zusammenf�llt, paaren sich Waschb�ren zumeist im Februar. Wenn ein Weibchen nicht tr�chtig wird oder seine Jungen fr�hzeitig verliert, wird es im Mai oder Juni manchmal erneut empf�ngnisbereit. Zur Paarungszeit ziehen die M�nnchen in ihren Streifgebieten rastlos umher und umwerben die an einigen Sammelpl�tzen zusammenkommenden Weibchen, deren drei- bis viert�gige Empf�ngnisperioden zeitlich zusammenfallen. Die anschlie�ende Paarung erstreckt sich �ber mehrere N�chte hinweg, w�hrend denen sich intensives Vorspiel, der eigentliche Akt und eine anschlie�ende Ruhepause abwechseln. Manche Weibchen lassen sich dabei nacheinander von mehreren M�nnchen begatten.

Um eine hohe, zum Beispiel durch Bejagung ausgel�ste, Sterblichkeitsrate auszugleichen, steigt der Anteil der tr�chtig werdenden Weibchen stark an. W�hrend die Gesamtpopulation dadurch ann�hernd stabil bleibt, sinkt der Altersdurchschnitt rapide. Insofern erweist es sich fast immer als wirkungslos, Waschb�ren durch vermehrte Jagd aus einem Gebiet, das f�r sie einen g�nstigen Lebensraum darstellt, dauerhaft vertreiben zu wollen. Selbst wenn dies ausnahmsweise gelingen sollte, w�rden aber schon bald darauf andere Waschb�ren in die derart frei werdenden Territorien nachfolgen.

Entwicklung der Jungen

Nach etwa 65 Tagen Tragzeit bringt das nach der Paarung wieder allein lebende Weibchen im Fr�hling im Schnitt 2,5 bis 3,5 Junge zur Welt. Die Welpen sind bei der Geburt blind und mit einem gelblichem Flaum bedeckt. Das Geburtsgewicht der zehn Zentimeter gro�en Welpen betr�gt 65 bis 75 Gramm. W�hrend des ersten Lebensmonats nehmen die Welpen keine feste Nahrung zu sich, sondern werden ausschlie�lich von ihrer Mutter ges�ugt. Nach zwei bis drei Wochen �ffnen sie erstmals die Augen. Im Alter von sechs bis neun Wochen verlassen die zu diesem Zeitpunkt ungef�hr ein Kilogramm wiegenden Jungen erstmals die Wurfh�hle, werden jedoch auch danach noch ein bis zwei Monate lang mit nachlassender Intensit�t ges�ugt. Im Herbst erfolgt die allm�hliche Trennung von der Mutter. W�hrend die Weibchen schon vor dem Beginn der n�chsten Hauptpaarungszeit die Geschlechtsreife erreichen, ist dies nur bei einem Teil der M�nnchen der Fall. W�hrend viele weibliche Nachkommen zeitlebens in der N�he ihrer Mutter bleiben, suchen sich die jungen M�nnchen ein weiter entferntes Territorium, was als instinktives Verhalten zur Vermeidung von Inzucht zu verstehen ist.

Lebensweise im menschlichen Siedlungsraum

Der Waschb�r ist ein Kulturfolger, dem es gelungen ist, in st�dtische Gebiete vorzudringen und diese als Lebensraum zu nutzen. Er bevorzugt dabei waldnahe Stadtrandgebiete mit einem hohen Gr�nfl�chenanteil. Im menschlichen Siedlungsraum weist der Waschb�r bemerkenswerte Verhaltensanpassungen auf. W�hrend die Streifgebiete in amerikanischen Waldgebieten etwa 50 bis 600 Hektar gro� sind, umfassen sie in St�dten oft nur ein bis zehn Hektar. Weiterhin ist die Populationsdichte in der Stadt deutlich h�her. Kommen etwa in Kassel auf 100 Hektar je nach Jahreszeit ungef�hr 100 Waschb�ren, leben in Waldgebieten auf der gleichen Fl�che selten mehr als zehn Tiere.

Die Gr�nde hierf�r sind in erster Linie in der Wohlstandsgesellschaft zu suchen: K�chenabf�lle auf dem Komposthaufen oder in Abfalltonnen sowie Haustierfutterreste stellen f�r den Waschb�r ein schier unersch�pfliches Nahrungsreservoir dar. Hinzu kommt das gro�e zus�tzliche Angebot an Schlaf- und Wurfpl�tzen. An erster Stelle sind hier Gartenh�uschen, Garagen und verlassene Geb�ude zu nennen, aber auch Dachb�den und Kaminsch�chte werden gerne als Schlaf- oder Wurfplatz genutzt. Erklettert werden die Geb�ude dabei �ber das Fallrohr der Regenrinne oder angrenzende B�ume.

Verbreitungsgebiet

Verbreitung in Amerika

Verbreitung der Waschb�ren weltweit
Bilder: Verbreitung der Waschb�ren weltweit

Das urspr�ngliche Verbreitungsgebiet des Waschb�ren erstreckt sich von Panama �ber Mexiko und fast die gesamte USA bis zum S�den Kanadas. Hiervon ausgenommen sind nur W�stengebiete und das Hochgebirge der Rocky Mountains.

Verbreitung in Europa

Alle in Europa vorkommenden Waschb�ren gehen auf Tiere zur�ck, die im 20. Jahrhundert aus Pelztierfarmen und Gehegen entkommen sind oder ausgesetzt wurden. Als derartiger Gefangenschaftsfl�chtling sind sie der Gruppe der Neozoen zuzurechnen, wobei sie in Deutschland inzwischen jedoch zu den einheimischen Tierarten gez�hlt werden. Heute gibt es in weiten Teilen Deutschlands sowie Gebieten der angrenzenden L�nder stabile Waschb�rpopulationen. Weitere Vorkommen existieren im S�den Wei�russlands, dem Kaukasus und im Norden Frankreichs, wo im Jahr 1966 bei Laon einige Exemplare von amerikanischen Soldaten ausgesetzt wurden.

Das f�r die Verbreitung des Waschb�ren in Europa wichtigste Ereignis war das Aussetzen von zwei Waschb�rpaaren im Jahr 1934, das mit Genehmigung von Hermann G�rings Jagdbeh�rde am hessischen Edersee erfolgte. Obwohl es auch schon vorher Ansiedlungsversuche gegeben hatte, erwies sich keiner als derart erfolgreich wie dieser. Das Gebiet um den Edersee stellte eine f�r den Waschb�ren fast optimale Umwelt dar, so dass die von diesem Zentrum ausgehende weitere Verbreitung schnell und dauerhaft erfolgen konnte. 1956 wurde der Bestand in Deutschland auf 285 Tiere gesch�tzt, 1970 auf etwa 20.000 Tiere und im Jahr 2005 auf eine niedrige bis mittlere sechsstellige Zahl. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass au�er jenen im brandenburgischen Raum fast alle Waschb�ren im deutschsprachigen Raum auf diese vier Gr�ndertiere zur�ckgehen. Obwohl durch diesen Gr�ndereffekt ein genetischer Flaschenhals entstanden ist, scheint dies keine negativen Einfl�sse auf die Gesundheit der Waschb�rpopulation gehabt zu haben.

Der Ausbruch von etwa zwei Dutzend Waschb�ren nach einem Bombentreffer auf ein Waschb�rgehege in Wolfshagen bei Strausberg in Brandenburg im Jahre 1945 f�hrte zu einem weiteren Verbreitungsgebiet. Die daraus entstandene Population l�sst sich bis heute genetisch und parasitologisch von der mitteldeutschen unterscheiden. W�hrend �ber 70 Prozent der Waschb�ren der mitteldeutschen Population mit dem Waschb�rspulwurm infiziert sind, wurde bislang bei keinem Waschb�r aus dem brandenburgischen Verbreitungsgebiet eine Spulwurminfektion diagnostiziert. In Sachsen-Anhalt wurde eine Infektionsrate von 39 Prozent gemessen, weswegen dieses Gebiet eine wichtige Rolle als Verschmelzungsgebiet der beiden gro�en Populationen zu spielen scheint.

Der Waschb�r als Neozoon

Da es dem Waschb�r gelungen ist, innerhalb weniger Jahrzehnte weite Teile Deutschlands zu besiedeln, ist er als einer der erfolgreichsten Neozoen des europ�ischen Kontinents anzusehen. Wie sich schon in anderen F�llen gezeigt hat, dass die mitteleurop�ische Flora und Fauna in der Regel robust auf eingewanderte Tier- und Pflanzenarten reagiert, so hat auch die Ausbreitung des Waschb�ren bislang keine �kologischen Sch�den von nennenswertem Ausma� verursacht.

Zwar hat der Waschb�r in Europa au�er dem Uhu, der gelegentlich Jungtiere f�ngt, praktisch keine nat�rlichen Feinde, was aber auf dem amerikanischen Kontinent auch nicht viel anders ist. Dort fallen Waschb�ren zwar vereinzelt gro�en Raubtieren wie dem Wolf, dem Luchs oder dem Puma zum Opfer, aber gemessen an der Anzahl an Waschb�ren, die an Krankheiten sterben, der Jagd zum Opfer fallen oder im Stra�enverkehr verungl�cken, ist dies eine vernachl�ssigbare Gr��e.

Inwieweit der Waschb�r als Neozoon dem Ökosystem Deutschlands schadet, ist umstritten. Der Waschb�r unterliegt in fast allen Bundesl�ndern dem Jagdrecht, so dass er unter Beachtung der Schonzeit bejagt werden darf. Dies gilt nicht in Bremen und dem Saarland, wo keine Schonzeit beachtet werden muss. Wegen der nachtaktiven Lebensweise ist dabei meist nur das Fangen mittels Fallenjagd (Waschbär Falle) erfolgversprechend.

Hinsichtlich des zur Verf�gung stehenden Nahrungsangebots unterscheiden sich europ�ische und amerikanische Waldgebiete der gem��igten Zone nur unwesentlich voneinander. Weder macht der Waschb�r gezielt Jagd auf bestimmte Beutetiere, noch kann von einer �kologisch unvertr�glichen �berpopulation des Waschb�ren im deutschsprachigen Raum gesprochen werden. Dies schlie�t nat�rlich nicht aus, dass einzelne Waschb�ren ab und zu Nester gesch�tzter Vogelarten ausr�ubern.

Verbreitung in St�dten

Die ersten Berichte �ber Waschb�ren, die dauerhaft im st�dtischen Raum leben, stammen aus den 1920er Jahren aus einer Vorstadtsiedlung von Cincinnati (Ohio, USA). Ein verst�rktes Auftreten in nordamerikanischen Metropolen wie Washington (D.C.), Chicago und Toronto wird seit den 1950er Jahren beobachtet.

In Europa stammen die ersten Beobachtungen verst�dterter Waschb�ren aus den 1960er Jahren aus Kassel in Nordhessen, die bis heute als die Stadt mit der h�chsten Waschb�rdichte Europas gilt. Ausgepr�gte Stadtpopulationen werden aber auch aus anderen Ortschaften Nordhessens, S�dniedersachsens und des Harzes gemeldet.

Waschb�r und Mensch

Konflikte im Siedlungsraum

Waschb�r
Fotos: Waschb�r gif

Im Hinblick auf die Ausbreitung des Waschb�ren im menschlichen Siedlungsraum fallen die Meinungen sehr unterschiedlich aus. Die Positionen reichen von �berschw�nglicher Zuneigung gegen�ber den Tieren, h�ufig verbunden mit intensivem F�ttern, bis hin zur totalen Ablehnung. Waschb�ren sollten jedoch nicht gef�ttert werden, weil sie dadurch mit der Zeit jede Scheu vor dem Menschen verlieren und sehr aufdringlich werden k�nnen. W�hrend Sch�den an Nutzpflanzen und St�bern im Hausm�ll als "Bagatelldelikte" angesehen werden k�nnen, stellt das Eindringen in Geb�ude, um Dachb�den als Schlaf- und Wurfpl�tze zu nutzen, ein gro�es Problem dar. Hierbei k�nnen schnell signifikante materielle Sch�den entstehen, zum Beispiel durch einsickerndes Regenwasser.

Um derartige Sch�den zu vermeiden, ist es meist nicht sinnvoll, einzelne Tiere zu fangen oder zu t�ten, da derartige Schlafpl�tze in der Regel von mehreren Waschb�ren gemeinsam genutzt werden. Statt dessen m�ssen vorbeugende Ma�nahmen ergriffen werden, die verhindern, dass sie �berhaupt erst in das Geb�ude gelangen k�nnen. Hinsichtlich der g�nstigen Lebensbedingungen, wie sie st�dtische Lebensr�ume Waschb�ren bieten, ist es so gut wie unm�glich, Waschb�ren durch starke Bejagung dauerhaft aus dem Stadtgebiet zu vertreiben.

Waschb�ren als Krankheits�bertr�ger

Aus dem verst�rkten Kontakt zwischen Waschb�r und Mensch ergeben sich Probleme bez�glich der �bertragung von Krankheiten. Im Gegensatz zu seiner amerikanischen Heimat weist der Waschb�r in Europa ein stark eingeschr�nktes Parasitenspektrum auf. W�hrend die Waschb�rtollwut in Amerika eine ernstzunehmende Gefahr darstellt, ist diese in Europa erst vereinzelt nachgewiesen worden. Hier gilt zur Zeit nur ein einziger Parasit des Waschb�ren als ein f�r den Menschen potentiell gef�hrlicher Erreger, n�mlich der Waschb�rspulwurm, der im D�nndarm der Tiere lebt. Die Infektion erfolgt dabei durch die orale Aufnahme von infizierten Spulwurmeiern im Waschb�rkot (Losung), zum Beispiel bei der S�uberung von Waschb�r-Latrinen. Erkrankungen beim Menschen, der f�r den Wurm ein Fehlwirt ist, sind bislang aber extrem selten.

Ein Waschb�r als Haustier

Waschb�ren, vor allem die Welpen, wirken auf den Menschen possierlich. Als Haustiere sind sie jedoch wenig bis gar nicht geeignet, auch wenn man sie vereinzelt kaufen kann (Verkauf vom Züchter) oder sie abzugeben sind! Der Waschb�r ist keine domestizierte Tierart. Die Waschbär Aufzucht und Haltung ist eine schwere Aufgabe. Selbst an ihre Besitzer gew�hnte Tiere, die die Geschlechtsreife erreicht haben, k�nnen zubei�en oder kratzen, wenn sie sich bedr�ngt f�hlen. Kastration ist normalerweise der einzig gangbare Weg, einen erwachsenen Waschb�ren dauerhaft in Gefangenschaft zu halten. Waschb�ren lassen sich aber nur sehr ungern einsperren und sollten auch nicht alleine gehalten werden, da sie ohne Umgang mit Artgenossen schnell vereinsamen. Wenn keine geeigneten Schutzvorkehrungen getroffen werden, ist zudem die Wahrscheinlichkeit gro�, dass ein Waschb�r aufgrund der ihm angeborenen Neugierde massive Verw�stungen im Haushalt anrichtet. �ber die zeitaufwendige Aufzucht verwaister Welpen zur sp�teren Auswilderung hinaus ist daher oft nur eine Gehegehaltung m�glich.

Häufige Spitznamen für Waschbären sind Rocky (angelehnt an das mp3 von Mischa "Ich und Rocky Waschbär"), Willi (oder Willy), Rascal (von der TV Servie "Rascal, der Waschbär"), "Kleiner" (abgekürzt für "Der kleine Waschbär"), Richie (aus dem Comic "Ab durch die Hecke"), Pocahontas (weil im gleichnamigen Film ebenfalls ein Waschbär vorkommt) und Baby.

Der Waschb�r in Mythologie und Kultur

Der Waschb�r ist ein wichtiger Bestandteil der indianischen Mythologie (Krafttier Waschbär). In Sagen und Erz�hlungen wird dabei unter anderem auf sein au�ergew�hnliches Geschick beim Fangen von Krebsen eingegangen. Der englische Name des Waschb�rs, Raccoon, leitet sich vom Wort Aroughcun oder Ahrah-koon-em ab, den die Algonkin-Indianer dem Tier gaben, was soviel wie der mit den H�nden kratzt bedeutet. In der westlichen Kultur spielt der Waschb�r nur in der Kinder- und Jugendliteratur eine Rolle. So schildert Sterling North in seinem autobiografischen Roman Rascal der Waschb�r, wie er als Kind zur Zeit des Ersten Weltkrieges einen Waschb�ren aufzog.

Pelzverarbeitung

Waschb�ren sind eine der weltweit wichtigsten Pelztierarten. Dazu wurden sie fr�her auch in Pelztierfarmen gez�chtet, seit einigen Jahrzehnten werden sie aus Kostengr�nden aber fast ausschlie�lich in freier Natur gejagt. Ihr Pelz wird zu M�nteln oder H�ten, die als typische Trapperh�te gelten, verarbeitet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Nordamerika so viele Waschb�ren f�r die Herstellung von Pelzen erlegt, dass ihre Anzahl gebietsweise deutlich zur�ckging.

In Osteuropa und in der VR China existieren nach wie vor Waschb�rfarmen. Auf diesen werden die Waschb�ren eigens f�r die Produktion von Pelz gez�chtet. Sie werden mit Eisenst�ben "bet�ubt" und dann lebendig geh�utet. Nach der H�utung leben sie noch einige Minuten bevor sie dann qualvoll sterben. Siehe hierzu auch Nerz.

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